comment on: hungerlöhner

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prekariatsstudien gab es schon immer. ob nun papier oder internet.  und immer stand auch die intention der forscher in frage, denn es waren zumeist diejenigen, denen die mark lockerer in der designerhosentasche sass als mathias, monika und marcel (und die katze heißt dann wohl muschi! sic!). zusätzlich kam dann auch noch sowas wie „wir wollen ja nur helfen/aufklären“ – quark dabei rum. da man ja wegen des grundgesetzes noch keine lebenden menschen dauerhaft ausstellen darf, begnügt sich hier die internetplattform mit dem verbal-visuellen darstellen der lebensumstände der so genannten hungerlöhner. das siegel prekariat, oder, nennen wir’s doch endlich beim namen, unterschicht wird hier wie so oft (auch noch mit selbstkommentaren) mit einer falsch verstandenen underdog-authenzität gleichgesetzt, weit ab weit ab vom böse-böse glitzerpottpourri berlin-mitte.gähn. was soll das? milieustudie 2007. vielleicht netter zeitvertreib für anthropologisch interessierte. kommt dabei tatsächlich was rum für diese dresdner (jaja, der osten….sowieso und überhaupt.), drückt vati zuhause am gesponserten rechner rum? hat irgendwie was von DDR-kulturpolitik – jedem proletarier sein PC (oder Mac. sind betriebssysteme distinktiv für das kulturelle potential ihrer benutzer…? wir schweifen ab!). greif zur feder, genosse, beschreibe den alltag im schlachthof/ kohleschacht/ textilkombinat. fragen wir nicht nach zukunft, wir wissen ja eh schon wie das ausgeht.fragen wir lieber mal: wer hat denn gesagt, dass es sowas wie vollbeschäftigung jemals gab oder geben wird (außer in rüstungszeiten)? sind es nicht immer jene, die am lautesten „gleicher lohn für alle!“ kreischen, die sich auch als erste über ungleichheit beschweren – von wegen, anti-elite, steck dein plakat bloß wieder weg. und wer unterstreicht mit einer mediendarstellung medienferner gruppen die eh schon vorhandene trennung der gesellschaft? das voyeurismus-totschlagargument spare ich mir, dafür aber nicht die frage nach der inszenierung von armut und unterschichtenkultur als happening im web 2.0, als temporärer pop-up im gewissen der vertreter der start-up generation. armut, unterschichten und prekäre lebensverhältnisse betreffen nicht nur länger mehr eine beinahe schon klassische klientel, sie betreffen auch jene, denen mal ein aufstieg aus den kleinen verhältnissen nach klassischem sozialdemokratischen vorbild in die tasche gelogen wurde und die sich nun zwischen den stühlen namens verweigerung und anpassung befinden. 

vorschlag für neue projekte: eine WG mit arbeitslosen in rostock oder madgeburg, jeder bekommt einen neuen ein-euro-job pro woche und wer versagt, dem wird die stütze gekürzt. die jury kann dabei eine namenlose instanz sein, vielleicht auch per internet-voting. wer irgendwann nicht mehr zahlen kann, fliegt aus der WG und wird dann auf dem weg in den abstieg verfolgt.  den weg zurück gibt es nicht, alles erschöpft sich in einer dauersendung auf you.tube. christoph schlingensief bastelt daraus große teutonische kunst, die dann teuer ins ausland verkauft wird und das geld wird in den bau einer behindertentagesstätte gesteckt (jedoch schön weit weg vom stadtzentrum, ne, die behinderten finden das ja auch viel toller auf wiesen und so.), in der kameras das geschehen rund um die uhr verfolgen. platoon sendet dann live.

und wie pavel schon sagte: jaja, blabla.

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Eine Antwort to “comment on: hungerlöhner”

  1. Lillianxl Says:

    Interesting page.., brother

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