Archive for August 2007

the cheapest of the best v. the best of the cheapest

August 28, 2007

Nicht schreiben, weil man verblödet ist, oder verblödet sein, weil man nicht schreibt?

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widmung

August 27, 2007

an den einsamen nachtwächter im altenheim (?) in RVK-city. christian, ich weiß du liest das! einhverntíma liður líka þessa nótt. áfram strákur! kveðjur.

musik für eine andere wirklichkeit

August 27, 2007

Ein Zufall brachte eine Blumfeld-Platte zu Tage: Testament der Angst, Kompositionen über den Zustand wenn nichts mehr weitergeht und dann ist man plötzlich durch damit.

Testament der Angst kam heraus als ich 16 war und ich L-I-E-B-T-E Blumfeld, als Rettung aus der Kleinstadthölle, als Distinktionsmittel, mein Intellekt vs. deiner. Ärzte gegen Blumfeld, Tote Hosen gegen Blumfeld, Fanta Vier gegen Blumfeld.
Ich habe Blumfeld damals zweimal live gesehen in der kleinen Stadt und es war nie umwerfend. Blumfeld-Konzertgänger wippen ein wenig mit dem Oberkörper und gehen höchstens aus sich raus bei
a) Tausend Tränen Tief (Klammerblues für Paare)
b) Verstärker (Kopf ab und rauf in die Luft).

Und doch war es unglaublich, ein ganzer Saal voller Blumfeld-Fans, es gibt so was wie eine Hoffnung, denkt man da, man ist aber nur 16 und muss aber am nächsten Tag in die Schule und auf all diese Freiheiten noch bissi warten.

Wer Blumfeld hörte hatte in einer kleinen Stadt schnell Feinde. Wer Blumfeld hörte, wäscht auch der Deutschlehrerin Sonntagnachmittag das Auto. Wer Blumfeld hört, trägt hässliche Brillenmodelle. Blumfeld machen Kopfmusik mit Texten und zu Blumfeld kann man nicht tanzen.
Ich hörte stur Blumfeld. Eine, wie ich jetzt weiß, schimmernde Ahnung von großen Gedanken, die es in der kleinen Stadt nicht zu finden gab. Eine Ahnung eines wirklich besseren Lebens das man dann eines schönen Tages hinterm Horizont beginnen würde zu leben.

Leben tauschen sich nicht aus. Man nimmt sich ja immer überall hin mit, was für ein Manko der Physik.

Ich will die Wahrheit sagen, darf ich ganz offen sein, ich will Prozac haben.

Mit 16 wollte ich endlich 30 sein, die ganze dumme und überflüssige Jugend überspringen, das Erlernen von Kultur- und Sozialtechnik ausklammern, weil das alles großer Quatsch ist. Ich wurde nicht 30, ich verließ aber die kleine Stadt und seitdem wollte ich auch nicht mehr 30 sein. Auch die Kultur- und Sozialtechniken werden wieder aufgenommen, alte archaische philanthropische Traditionen, nicht ohne immer wieder Zweifel zu hegen:

Ich will nicht in eurer Logik leben.

Und geil, endlich bin ich wirklich alt genug, um Blumfeld zu hören. Selbst Schuhe binden wird zum religiösen Akt. Endlich ist das vorausgenommene Denken der Jugend das des jungen Erwachsenenlebens, endlich füllen sich die Zeichen mit Inhalten, endlich darf man auch komplexe Gedanken ohne störende Eingriffe von außen genießen.

Ich will Gewissheit haben.

Es gibt viele tolle Blumfeld-Lieder. Vielleicht ist Testament der Angst kommerziell und poppig (jaja, Todesurteil), aber Graue Wolken und Anders Als Glücklich sind schon voller lyrischer Perlen auf eine Schnur gereiht. Anders Als Glücklich dabei als das persönliche große Lexikon, ach was leiden wir alle an der Welt. Graue Wolken als das große komprimierte Denken in entleerten Strukturen. Endlich ergeben die Worte einen Sinn, kein wütendes Protesthören mehr unter dem Stereokopfhörer, nein, selbst Distelmeyers Liebeslyrik hat Füße bekommen und führt mich mal kurz rum.

Da hatte man Blumfeld selber schon abgeschrieben, hämische Glückwünsche zum Abschied der Band kamen – natürlich – aus der kleinen Stadt. Texte in eine neue Lebensphase rübergerettet und dann hört doch von mir aus Tote Hosen in der kleinen Stadt. Mir auch egal.

In 7 Jahren bin ich 30. In ihnen auch ein Stück von mir zu sehen.

Vielleicht ist das schon viel. Vielleicht wird das auch alles sein.

outlook heißt nicht aussicht

August 25, 2007

festgegurtet im sicherheitssessel mit den airbags in der fresse, so dass man nicht mal mehr die schimmelige hand vor augen sieht, hören und lesen mir vergeht, allen ernstes überkommt mich selbiger, there’s something earnest about being earnest, spare mit der interpunktation aus misanthropie – heute

bei H&M verkaufen sie buttons mit „as seen on my blog“, „my district“ und anderem quatsch für prä-und zwischendurchpubertierende . heavy irrsinn und fahles licht, dunkelheit überall, the slight and descrete feeling of losing one’s mind – denn nichts ist umsonst

schon mal überlegt wie das so wäre ohne kulturwerkzeuge ach was sie für lasten aus dem klärschlamm der mentalitäten herausholen und was man mit ihnen im trockenen zustand für luftschlösser bauen kann, wenn papier fehlen und stifte und tasten und das denken sich auftstaut hinter schleusentoren mit knarrenden angeln und die schleusen öffnen sich – scheiße! – dann passiert vieles und

wenn dann keine ruhe da ist, die ruhe nicht hereinebbt, aber dalli, dann passiert was ansonsten bleibt der

misanthropie.  sprünge.  in 6 tagen beginnt der deutsche herbst und alle schlafen friedlich auf kastanienfrüchten. tote kinder findet man nur im sommer in gefriertruhen. noch nie war alles so lästig und undurchschaubar, quälend transparent und manipulierbar und gleichzeitig ist die welt eine andere

somewhere somehow somewhen

over no fucking rainbow

nikakoi distanziert sich in zukunft von:

– quatsch & soße

– den voraussetzungen eines normalen denkens

– eingriffen in die privatsphäre von leuten und kommentare zu themen, die mich einen scheiß interessieren und im  grunde nur meinen augen im weg rumstehen, sich endlich mit richtigen dingen beschäftigen und im grunde gehörte dieses selbstheischerische bloggekreische mit auf den müll

– ja morgen fangen wir alle nochmal neu an

someday, somehow, coughing out my bad mood muscles – relaxan relaxan 5.2

punkt.

about a girl

August 14, 2007

nothing to add.

!!!S!E!X!!!!

August 14, 2007

[headline sellz!]
Unser beliebtes Online-Jugendmagazin spiegel.de hat etwas äußerst erquickliches hervorgebracht: ein Protokoll einer Schulstunde mit dem ersten Dr. Sommer der BRAVO! Der 79-jährige Herr gab 10.-Klässlern in Sachen Aufklärung, äh, Hilfestellung.
Das Protokoll ist beim ersten Lesen witzig, erinnert doch zu sehr an die eigenen verschämt-verschwiegenen Biologiestunden, Schwerpunkt Sexualkunde. Auffällig wird aber irgendwann das allseits betretene Schweigen der Schüler. Da sollen sie Synonyme für männliche und weibliche Geschlechtsteile aufsagen und anschreiben – kaum einer reißt sich um die Aufgabe, obwohl auf dem Pausenhof bestimmt 20 verschiedene Wörter täglich erfunden werden. Ein Schüler erklärt unbeholfen und mit viel eingestreutem „irgendwie“ die hohe Praktik des „Fingerns“ – aha. Den Rest der Zeit redet Herr Sommer übers Blasen, Blumen und Bienen (ja, wirklich!) und Befriedigung. Die Schüler sind mental wohl schon unter den Tischen vor Scham, dabei ist das doch alles totaaaal locker und modern und jugendlich und so. Oder?

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In der Innenstadt nur ein Gedanke

August 10, 2007

„Centuries of inbreeding“