Archive for September 2007

pornokino potsdam

September 28, 2007

Zufälle, ungenutzte Zeit und schönes Wetter brachten mich in die Nähe von Potsdam auf eine dezente Einladung zum gemeinsamen Pornogucken, wobei sich rausstellte, es war gar nicht Porno, sondern nur Sozial- und Gesellschaftskritik an ausgezogenen Menschen.
Obacht, Plotspoiler!

(more…)

faust, eine fragödie

September 19, 2007

Hier eine Rezension für die Anne, weil sie so nett darum gebeten hat. Wenn ich mich nicht irre.

Schwedter Höfe, Prenzlauer Berg (wo auch sonst), Generalprobe („48, 2% sind schon geschafft eine Woche vor Premiere!“) einer Münchner Theatergruppe zum „Faust“. Beklatschungskulisse alias Publikum wurde in zahlreichen Bussen herangekarrt, imaginäre Schnittchen lagen verstreut herum auf ebenso imaginären Silbertabletts und den Champagner ersetzte abgestandenes Mineralwasser. Zum Sitzen laden der nackte Boden und Holzkisten ein, die Stühle reichen gelegentlich nicht mal für die Zuschauer aus, da sie als Requisite dienen. Nein, eine pompöse Bayreuther-Hügelgrab-Inszenierung des Faust wird das hier sicher nicht.

(more…)

ohne titel

September 16, 2007

Ein Thema, das mir schon länger im Kopf herumschwirrte, bis jetzt jedoch nur stückchenweise realisiert wurde. Es ist ein Fragment geblieben.
Is it bullshit? Discuss!

Seit etwa einem Monat schwemmt immer mal wieder Nazi-Müll vor meine Füße. Fest der Völker, diskutierende Inder in meiner Küche nach den Überfällen in Mügeln, Eva Herman ist die Braut Satans. Danach diskutiert Deutschland wieder heftig, es werden Themensendungen einberufen, es werden Experten zusammengetrommelt, mit Fahnen und Signalhorn soll da die latente Friedfertigkeit des gemeinen Teutonen nachgewiesen werden: nee echt, so schlimm sind wir nun echt nicht, dass sind immer nur wieder dieselben. Böse Jungs aus Ostdeutschland, die weder eine Perspektive haben, noch wissen, wie man „Perspektive“ richtig schreibt.
Es ist so schön lässig, den schwarzen Peter irgendwelchen namenslosen, uniform infizierten ostdeutschen (nettes Adjektiv) Jugendlichen zuzuschieben. die, prekär, verroht und überfordert mit den Ansprüchen einer hysterischen Gesellschaft die Buhjungs der Nation verkörpern, das Übel, das man vielleicht mit viel Pflege und Liebe aus einer braunen-roten Wurzel zur blühenden Landschaft züchten könnte. Insgeheim war damit wohl jeder froh, das Problem erkannt, wenn auch nicht langfristig gelöst zu haben.

(more…)