Archive for November 2007

you have been hützenized!

November 28, 2007

Young legends I: 

Guy 1: There are not many people who know Gogol Bordello in Germany, right?

Guy 2: Yeah but you see, the place was crowded and the tickets were sold out.

Guy 1: So, how did you get to know Gogol Bordello?

Guy 2: There was this movie…

Guy 1: Ah, you mean ‘Everything is Illuminated’?

Guy 2: Yeah.

Girl: What did the singer actually shout there?

Guy 1: ‘Girls’, but he yelled in Russian.

Girl: So how do you say ‘girls’ in Russian?

Guy 1: ‘Devuchki’.

Girl: Dechiki…dachki…dechki?

Guy 1: Yeah… right.

Guy 2: Isn’t it that Polish and Ukrainian are quite close? I mean they are really similar, right?

Guy 1: Well…not really.

Guy 2: You are polish, right?

Guy 1: No…I am actually Russian.

  

Man nehme ein paar hyperaktive Kindergartenkinder, gebe ihnen Blecheimer, Drumsticks, Fingerfarben und drei Flaschen Rotwein. Et voilà … you got an American-Ukrainian-Gypsy-Orthodox-Polka-Brass-Band wedding with vodka and marinated hering.

Tonight we breathed the same dizzy air as Eugene Hütz, während draußen Regen und Bier in einer Lache zusammenfrieren. Fusion ist wohl auch das Hauptthema. Die Fusion aller, Diffusion, Konfusion, Infusion. Der Sprachmix an der Theke ist babylonisch, spricht für den Fankreis der Band und wenn man den Raum betritt, spielen sie eine Rockversion von Hava Nagila. Was kommt nur als nächstes – Feuerspucken und Bärentanz? 

Young legends II: Das erste Mal überhaupt hörte (las) ich von Gogol Bordello als ich auf dem Klo saß (der Hausmeister darf diese Episode gerne überspringen), einem geschlossenen Klo, und neben mir kleine Kinder in der Badewanne planschten. Es wird wohl ein Samstag gewesen sein, Februar, vor einem oder zwei Jahren. Die Stadt, in der das geschah, war Reykjavík, und das lokale Käseblatt für umme im Briefschlitz, das wir uns gerade noch leisten konnten, widmete GB eine ganze große Seite. Witzig fand ich v.a. den Titel „greencard husband“, da dieses Thema gerade frisch gegessen war in meinem unmittelbaren Bekanntenkreis und es wohl bisher keiner so treffend formuliert hatte. Zudem wurde mir verhießen, bei den Konzerten von GB gehe die Post ab, nicht mehr und nicht weniger. Noch saß ich aber im Bad, auf dem Klo, um mich Dampfschwaden aus dem Wasserhahn. Hm. Einen Monat später kündigte ich spontan und ging zurück nach Deutschland. 

 November, Berlin. Auf derselben Bühne, auf der ich schon mit dem Hausmeister Mark E. Smith nuscheln hörte, ging diesmal wirklich was ab. Im Prinzip fragt man sich, ob man Herrn Hütz eines Tages tot von der Bühne tragen wird. Oder ob man Publikum kaputtrocken kann. Es gab Fusionen, Osmosen, 

oi,oi,oi,oi,oi,oi,oi,oi,oi accelerating protones,

 und Austausch vieler duftiger Körpersäfte. Menschen um mich, die aussehen wie meine Mathelehrer. Menschen, die aussehen, als hätten sie in einer Mülltonne geschlafen. Kids, früher habe ich Blumfeld gehört. Irgendwann erwischt man sich selber dabei, herumzugrölen, dabei ist man doch von der Sorte Konzertgänger, die mit bösen Blicken die Asche von ihren Cashmere-Strickjacken schnipsen, während die Chucks in einem Brei aus Glassplittern und Bier versinken und die Hände tiefer und tiefer in die Hosentaschen versinken. 

Nein, heute Fusion. Raduga-dosuga.       

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no CNN headlines, please

November 26, 2007

“ Ich bin diesem Krieg dankbar, in den ich zufällig geraten und in dem ich zufällig stecken geblieben bin, denn er hat mich gelehrt, über den Dingen zu stehen.“

A. Politkovskaya,  „Tschetschenien“ (2002)

Am 2. Dezember sind in Russland Duma-Wahlen

Wie schön, dass wir alle genau wissen, was wir davon vorher und nachher halten sollen. 

merkst du was ich merke

November 24, 2007

Is it still november? Tage kürzer. Nächte länger. Warten aufs Christkind oder den Weihnachtsmann oder den Typen von der GEZ an meiner Tür, der mir nicht mal übers “Fest” den kleinen Spaß von sorgenfreiem Fernsehkonsum gönnen will. Weihnachten. Ist noch immer November? Is schon wieder Herbst vorbei? Der Dezember ist nur ein halber Monat in diesen Breiten. Zwischen Plätzchenrezept und Hautpflege, lass uns über Winterdepressionen reden.

(more…)

rippin‘ – foucault vs. houellebecq

November 13, 2007

da die wahl der handlungsoptionen
was ist das kostbarste, das die frauen besitzen, raphael?
als ausdruck eines freien willens erscheint,
ihre schönheit? riet er aufs geratewohl
haben sich die einzelnen die folgen ihres handelns
es ist nicht ihre schönheit, nicht ihre möse,
selbst zuzurechen. selbstbestimmung, verantwortung
ja, nicht einmal ihre liebe, denn das alles verschwindet
und wahlfreiheit signalisieren nicht die grenze
mit dem leben. aber du kannst schon jetzt
des regierungshandelns sondern sind selbst
ihr leben besitzen. noch heute abend sollst du
ein instrument und vehikel, um das verhältnis der
die laufbahn des mörders betreten, glaub mir
subjekte zu sich selbst und zu den anderen
mein freund.
zu verändern.
wenn du diese frauen vor der spitze deines messers
wer es an initiative, anpassungsfähigkeit,
zittern und um ihre jugend flehen siehst,
dynamik, mobilität und flexibilität fehlen läßt,
wirst du leibhaftig ihr herr und meister sein;
zeigt objektiv seine oder ihre unfähigkeit,
du wirst ihren leib und ihre seele besitzen.
ein freies und rationales subjekt zu sein.
vielleicht kannst du sogar, bevor du sie
entscheidend ist die durchsetzung einer
opferst ein paar schmackhafte leckereien
autonomen subjektivität als gesellschaftliches
ergattern; ein messer, raphael, ist ein
leitbild, wobei die eingeklagte selbstverantwortung
mächtiger verbündeter.
in der ausrichtung des eigenen lebens an
er fixierte nach wie vor das eng umschlungene
betriebswirtschaftlichen effizienzkriterien
paar, das langsam seine kreise auf der tanzfläche
und unternehmerischen kalkülen besteht.
zog.

Kunterbunter herbstlicher Potpourri

November 12, 2007

i found a recipe
invent my history
innocent but guilty
so please hide the keys from me
please change the locks
and leave –
last leave upon the tree.

katiejane garside/daisy chainsaw
og fyrir allt hitt athugafólkið:

það er komin vetratíð
með veður köld og stríð
ég stend við gluggann
myrkrið streymir inn í huga mínn
þá finn ég hlýja hönd
sál mín lifnar við
eins og jurt sem stóð í skugga
en hefur aftur litið ljós
mín vetrarsól.

takk and we love you of course, too.

georgien, 07.11.2007

November 8, 2007

orange zu blutrot, rosen zu schlagstöcken. willkommen an der europäischen „peripherie“.