you have been hützenized!

by

Young legends I: 

Guy 1: There are not many people who know Gogol Bordello in Germany, right?

Guy 2: Yeah but you see, the place was crowded and the tickets were sold out.

Guy 1: So, how did you get to know Gogol Bordello?

Guy 2: There was this movie…

Guy 1: Ah, you mean ‘Everything is Illuminated’?

Guy 2: Yeah.

Girl: What did the singer actually shout there?

Guy 1: ‘Girls’, but he yelled in Russian.

Girl: So how do you say ‘girls’ in Russian?

Guy 1: ‘Devuchki’.

Girl: Dechiki…dachki…dechki?

Guy 1: Yeah… right.

Guy 2: Isn’t it that Polish and Ukrainian are quite close? I mean they are really similar, right?

Guy 1: Well…not really.

Guy 2: You are polish, right?

Guy 1: No…I am actually Russian.

  

Man nehme ein paar hyperaktive Kindergartenkinder, gebe ihnen Blecheimer, Drumsticks, Fingerfarben und drei Flaschen Rotwein. Et voilà … you got an American-Ukrainian-Gypsy-Orthodox-Polka-Brass-Band wedding with vodka and marinated hering.

Tonight we breathed the same dizzy air as Eugene Hütz, während draußen Regen und Bier in einer Lache zusammenfrieren. Fusion ist wohl auch das Hauptthema. Die Fusion aller, Diffusion, Konfusion, Infusion. Der Sprachmix an der Theke ist babylonisch, spricht für den Fankreis der Band und wenn man den Raum betritt, spielen sie eine Rockversion von Hava Nagila. Was kommt nur als nächstes – Feuerspucken und Bärentanz? 

Young legends II: Das erste Mal überhaupt hörte (las) ich von Gogol Bordello als ich auf dem Klo saß (der Hausmeister darf diese Episode gerne überspringen), einem geschlossenen Klo, und neben mir kleine Kinder in der Badewanne planschten. Es wird wohl ein Samstag gewesen sein, Februar, vor einem oder zwei Jahren. Die Stadt, in der das geschah, war Reykjavík, und das lokale Käseblatt für umme im Briefschlitz, das wir uns gerade noch leisten konnten, widmete GB eine ganze große Seite. Witzig fand ich v.a. den Titel „greencard husband“, da dieses Thema gerade frisch gegessen war in meinem unmittelbaren Bekanntenkreis und es wohl bisher keiner so treffend formuliert hatte. Zudem wurde mir verhießen, bei den Konzerten von GB gehe die Post ab, nicht mehr und nicht weniger. Noch saß ich aber im Bad, auf dem Klo, um mich Dampfschwaden aus dem Wasserhahn. Hm. Einen Monat später kündigte ich spontan und ging zurück nach Deutschland. 

 November, Berlin. Auf derselben Bühne, auf der ich schon mit dem Hausmeister Mark E. Smith nuscheln hörte, ging diesmal wirklich was ab. Im Prinzip fragt man sich, ob man Herrn Hütz eines Tages tot von der Bühne tragen wird. Oder ob man Publikum kaputtrocken kann. Es gab Fusionen, Osmosen, 

oi,oi,oi,oi,oi,oi,oi,oi,oi accelerating protones,

 und Austausch vieler duftiger Körpersäfte. Menschen um mich, die aussehen wie meine Mathelehrer. Menschen, die aussehen, als hätten sie in einer Mülltonne geschlafen. Kids, früher habe ich Blumfeld gehört. Irgendwann erwischt man sich selber dabei, herumzugrölen, dabei ist man doch von der Sorte Konzertgänger, die mit bösen Blicken die Asche von ihren Cashmere-Strickjacken schnipsen, während die Chucks in einem Brei aus Glassplittern und Bier versinken und die Hände tiefer und tiefer in die Hosentaschen versinken. 

Nein, heute Fusion. Raduga-dosuga.       

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