sick

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So. Kurz vor den Ferien, noch mal rüschtüsch schön krank werden. So mit allem Pipapo, Fieber, Krämpfen, Schüttelfrost, ein Panorama der Malfunktionen. Man entdeckt dabei alte Tugenden wieder, z.B. Hausfrauen-Fernsehshows. Derzeitiger Favorit: „Wir in Essen-Borbeck“ auf RTL II, dem Abendland leise Servus sagen. Eine beinahe ethnographische Annäherung an die Wilden unter uns. Nein, prekäre Schichten sind nicht mehr die Abgemagerten von einst, sie sind aufgedunsen wie mein Kopf, und nein, sie sächseln auch nicht. „Nicole, 37, Hartz-IV-Empfängerin“. Ist das ein Job, frage ich mich. Erstmal Tee brühen. Endlich schlafen, unendlich schlafen, monatelangen Schlafdispo wieder reingeholt. Und am schönsten ist es, wenn die Schmerzen endlich nachlassen. Vorerst im Haus bleiben (öfters mal lüften), denn auf offener Strasse besteht weiterhin die Gefahr, gegen irgendwelche Lichtmasten oder Menschen zu laufen, die Koordination ist eingeschränkt. Überreiztheit produziert auch schon mal Halluzinationen und wirre Träume. Das neue Foucault’sche Lieblingsspielzeug ist das Thermometer, Hüter der Innentemperatur (Rekord bei 39,6°C). die Kleidung pragmatisch-schräg, eine Mischung aus Strumpfhose, drei paar Socken, einem Wollponcho und ja, ich schlafe mit Mütze, denn die Fenster sind undicht. Den Körper vorerst mit sich selbst in Ruhe lassen und juhu, endlich Nichtraucher – seit 74 Stunden.

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