brown submarine

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Heute im Briefkasten:

Intro:
Historisch betrachtet könnte man dieser Flugschrift vielleicht ebenso viel Wert beimessen wie den Flugblättern der Weißen Rose, die mit Heldenmut den Feind im eigenen Land bekämpften und bis zuletzt das wahre Deutschland Friedrich Schillers verteidigten. Wie im folgenden [sic] klar werden wird, kommt Faschismus heute nicht im braunen Gewand daher, sondern mittels subtiler Gleichschaltung/“Vernetzung“ einer ganzen Generation, bei der sowohl Joseph Goebbels als auch Aldous Huxley [sic!!!] vor Neid erblasst wären.

Seite 1:
Mit der Einführung des Internet bekam die Spieltheorie eine neue Bedeutung. Der sozialen Vernetzung wurde eine völlig neue Bedeutung gegeben, um „zu verändern, was Menschen glauben und machen“. Die „Informationssteuermänner“ des INSNA begannen nun soziale Netzwerke im Internet wie einen gigantischen elektrischen Schaltkreis zu „kartographieren“. INSNA erwog anfangs, die soziale Vernetzung durch ein elektronisches Informationsaustauschsystem voranzutreiben. Dies war eine der ersten Vernetzungstechnologien überhaupt, und INSNA koordinierte seine Konferenzen mit dieser Technologie.
[…]
So lässt sich potentiell die öffentliche Meinung kontrollieren und gegebenenfalls in eine gewünschte Richtung lenken. Die einzige Bedingung hierfür sind genügend zahlreiche, bereitwillige „Versuchskaninchen“ – Menschen, die ihre Psychoprofile zur Manipulation freiwillig zur Verfügung stellen. Wenn ein Versuchskaninchen das binäre Menschbild akzeptiert, kann es als spieletheorethische Matrize durch eine Auswahl schon im voraus festgelegter „Diskussionspunkte“ aufgebaut werden. Mit anderen Worten, die „Gesellschaftswächter“ oder „Sozialingenieure“ können das „Gruppendenken“ wie in einem Rollenspielbuch beeinflussen.
So füllten sich die Chatrooms und andere Netzwerkseiten langsam mit Jugendlichen, die auf diese Masche hereinfielen. Ihnen wurde suggeriert, dass so viel einfacher sei [sic], soziale Interaktion zu betreiben. Sie müssten anderen Menschen nicht mehr in die Augen schauen oder mit ihnen in einem Raum sitzen. Sie könnten in ihrer Cyberhülle („pod“) sitzen und zu Hüllenmenschen werden. Jeder Jugendliche könne von seiner Hüllenwelt im Computerlabor in seine Hüllenwelt im Internetcafé bis in seine Hüllenwelt im Studentenwohnheim laufen. Dann könne er, um sich gegen menschliche Interaktionen in der Außenwelt abzuschirmen, Kopfhörer in die Öffnungen seiner Hülle stecken und eine laufende Hüllenwelt ohne menschliche Interaktion schaffen. […]

[Verfasser: Dave Christie]
Auszug aus der heutigen Wurfsendung der Bürgerrechtsbewegung Solidarität.

Neben der ganzen schön ordentlichen Paranoia, die der Verfasser hier schiebt (und nicht nur hier – durchgängig!), fiel mir erst nach einiger Zeit auf, dass er ja gar nicht „Höhlenmenschen“, wie erst von mir gedacht, sondern „Hüllenmenschen“ schrieb. In Auftrag gegeben wurde das Blättchen übrigens von einer Helga Zepp-LaRouche, die es dann auch schafft, Theodor W. Adorno und Rudolf Hess in einem Satz unterzubringen. Und die kleinen Scheißerchen von Neofaschisten benutzen neuerdings auch den NS-Widerstandskampf als Profilierung. Verrücktes Land.

Seite 2/ Nachschlag:
Psychologisch gesehen bewegen sich die Dauerbewohner des Cyberspace, ob in MySpace, FaceBook oder von Killerspielen, Stück für Stück auf einen gemeinsamen Platz im heutigen Äquivalent eines Nürnberger Nazi-Aufmarsches hin – das hätte man schon bei den Neonazis und Antifa-Kämpfern im heutigen Deutschland erkennen sollen.“

[Lyndon LaRouche]

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