Archive for the ‘schwachsinn’ Category

rippin‘ – foucault vs. houellebecq

November 13, 2007

da die wahl der handlungsoptionen
was ist das kostbarste, das die frauen besitzen, raphael?
als ausdruck eines freien willens erscheint,
ihre schönheit? riet er aufs geratewohl
haben sich die einzelnen die folgen ihres handelns
es ist nicht ihre schönheit, nicht ihre möse,
selbst zuzurechen. selbstbestimmung, verantwortung
ja, nicht einmal ihre liebe, denn das alles verschwindet
und wahlfreiheit signalisieren nicht die grenze
mit dem leben. aber du kannst schon jetzt
des regierungshandelns sondern sind selbst
ihr leben besitzen. noch heute abend sollst du
ein instrument und vehikel, um das verhältnis der
die laufbahn des mörders betreten, glaub mir
subjekte zu sich selbst und zu den anderen
mein freund.
zu verändern.
wenn du diese frauen vor der spitze deines messers
wer es an initiative, anpassungsfähigkeit,
zittern und um ihre jugend flehen siehst,
dynamik, mobilität und flexibilität fehlen läßt,
wirst du leibhaftig ihr herr und meister sein;
zeigt objektiv seine oder ihre unfähigkeit,
du wirst ihren leib und ihre seele besitzen.
ein freies und rationales subjekt zu sein.
vielleicht kannst du sogar, bevor du sie
entscheidend ist die durchsetzung einer
opferst ein paar schmackhafte leckereien
autonomen subjektivität als gesellschaftliches
ergattern; ein messer, raphael, ist ein
leitbild, wobei die eingeklagte selbstverantwortung
mächtiger verbündeter.
in der ausrichtung des eigenen lebens an
er fixierte nach wie vor das eng umschlungene
betriebswirtschaftlichen effizienzkriterien
paar, das langsam seine kreise auf der tanzfläche
und unternehmerischen kalkülen besteht.
zog.

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mental

Oktober 22, 2007

Heute in der Uni: Katholische Ossa trifft auf linken Wessi.

„Ach so, du studierst auch Geschichte? Ja ich fand ja das Seminar von Soundso total polemisch. Man muss schon ehrlich sagen dürfen, dass die DDR eine Diktatur war. Und es eben nicht nur immer lustig war, ne?“

„Ja, aber dafür hatten die Leute Arbeit… und die Frauen, die konnten z.B. ihre Kinder mit acht Wochen in die Krippe geben, nicht so wie heute.“

„Ich bin entsetzt! Ich bin total gegen Krippe, weil es ist psychologisch erwiesen, dass die Kinder, die damals weggegeben wurden, heute sozial total verroht sind. Also ich bin schon dafür, dass Kinder bei der Mutter sind … wenn die Kinder nämlich ein gutes Heim haben, gute Eltern, ja dann stimmt auch alles andere, dann klappt einfach alles besser. Ich persönlich finde ja die Familie das allerwichtigste … und Deutschland hat ja auch so ein Demographieproblem, … aber für Eva Hermann bin ich nicht, weil die schwafelt ja schon wieder von den Nazis … du kannst übrigens die Familienpolitik der Nazis mit der der DDR vergleichen. Das war ja alles Gehirnwäsche. Meine Eltern haben sich schon immer in der Kirche engagiert … ich bin Katholikin. Ich glaube eben an Gott, und wenn jemand kommt und sagt, ich sollte Wehrübungen machen, ne, dann geht das ja gar nicht zusammen mit meinem Glauben, dann ist das total dagegen. Und ich kann schon von Glück sagen, dass ich überhaupt studieren darf und kann, ich meine, total viele Pfarrerskinder wie ich, die studieren erst gar nicht, die müssen einen Beruf lernen und das war’s. Aber ich hab schon geguckt, dass es mit meinem Glauben übereinstimmte. Bin jetzt schon ziemlich froh und so, aber ich hätte mich auch anders entscheiden können.
Und du? Du bist ja aus Süddeutschland. Wie ist das denn so bei euch, ihr seid ja alle ein bisschen konservativer.“

„Also ich bin zwar aus Bayern, aber ich bin Sozialdemokrat.“

„Eeeeeeecht?? Also, so richtig in einer Partei?“

„Ja, ich bin bei den Linken.“

„Wie stehst du dann eigentlich zum Sozialismus, ich meine, deine Perspektive muss ja eine ganz andere sein, du hast das sicher ganz anders gelehrt bekommen.“

„Naja, ich bin gegen Diktatur, aber ich finde die sozialistische Idee….schon ganz gut irgendwie.“

„Aha, aber du weißt ja wohl, dass auch das Dritte Reich einen NationalSOZIALISMUS beinhaltete. Ich verstehe echt nicht, warum im Westen die Geschichtsschreibung immer noch so nazilastig ist. Es gibt einfach keine zwei Auslegungen! Das waren Verbrechen! Aber da waren ja auch so viele Leute drin verstrickt… aber alles wird verharmlost. Wie bei dem Professor, der die Populärkultur in der DDR so gut fand.“

(Kreis schließt sich hier. Amen)

outlook heißt nicht aussicht

August 25, 2007

festgegurtet im sicherheitssessel mit den airbags in der fresse, so dass man nicht mal mehr die schimmelige hand vor augen sieht, hören und lesen mir vergeht, allen ernstes überkommt mich selbiger, there’s something earnest about being earnest, spare mit der interpunktation aus misanthropie – heute

bei H&M verkaufen sie buttons mit „as seen on my blog“, „my district“ und anderem quatsch für prä-und zwischendurchpubertierende . heavy irrsinn und fahles licht, dunkelheit überall, the slight and descrete feeling of losing one’s mind – denn nichts ist umsonst

schon mal überlegt wie das so wäre ohne kulturwerkzeuge ach was sie für lasten aus dem klärschlamm der mentalitäten herausholen und was man mit ihnen im trockenen zustand für luftschlösser bauen kann, wenn papier fehlen und stifte und tasten und das denken sich auftstaut hinter schleusentoren mit knarrenden angeln und die schleusen öffnen sich – scheiße! – dann passiert vieles und

wenn dann keine ruhe da ist, die ruhe nicht hereinebbt, aber dalli, dann passiert was ansonsten bleibt der

misanthropie.  sprünge.  in 6 tagen beginnt der deutsche herbst und alle schlafen friedlich auf kastanienfrüchten. tote kinder findet man nur im sommer in gefriertruhen. noch nie war alles so lästig und undurchschaubar, quälend transparent und manipulierbar und gleichzeitig ist die welt eine andere

somewhere somehow somewhen

over no fucking rainbow

nikakoi distanziert sich in zukunft von:

– quatsch & soße

– den voraussetzungen eines normalen denkens

– eingriffen in die privatsphäre von leuten und kommentare zu themen, die mich einen scheiß interessieren und im  grunde nur meinen augen im weg rumstehen, sich endlich mit richtigen dingen beschäftigen und im grunde gehörte dieses selbstheischerische bloggekreische mit auf den müll

– ja morgen fangen wir alle nochmal neu an

someday, somehow, coughing out my bad mood muscles – relaxan relaxan 5.2

punkt.

Über allen Gipfeln ist Ruh‘

Juli 11, 2007

Kurzes Statement zu den türkischen Verbänden, ihrer sogenannten Strategie beim Integrationsgipfel und der Position der Bundesregierung. Die demnächst umzusetzenden Änderungen des Ausländerrechts sind – vermutlich – im Ansatz gut und richtig, vor allem was den Schutz importierter Ehefrauen angeht (nebenbei, es geht mal wieder nur um die Türken; denkt doch mal jemand an die Thailand- und Non-EU-Osteuropafrauen! nur so als Beispiel). Die Reaktionen aus der Türkei sind typisch für alle mehr oder weniger autoritären Länder mit Opferkomplex, nur hat die Türkei eine für „nationale“ Belange sehr leicht entflammbare Community in der BRD; freilich, ohne dieser Community gäb’s auch keine Reaktionen. Trotz des vermeintlich von außerhalb kommenden Impulses sollte jetzt gefragt werden, inwiefern für die Empfänglichkeit für die Parolen der Vordenker aus der Türkei die verfehlte Integrationspolitik verantwortlich ist. Ohne die Forderungen und die Verhandlungsstrategie der türkischen Verbände relativieren zu wollen – meines Erachtens ist die Veranwortlichkeit der BRD nicht zu gering einzuschätzen. So will man einerseits die in Deutschland lebenden Ausländer vom Herkunftsland abnabeln, andererseits werden in Deutschland geborene Kinder ausländischer Eltern nicht automatisch Deutsche. Ja, warum eigentlich? Das wäre doch die Abnabelungsstrategie par exellance. Wenn die Herren Türkenverbandschefs Symbolpolitik machen wollen, sollen sie Symbolpolitik kriegen. Gegen „Einbürgerung durch Geburt“ würden sie bestimmt auch protestieren; währenddessen leistet sich die BRD lieber ein wildes Etwas irgendwo zwischen Blutrecht und ius soli statt statt ein zeitgemäßes Staatsangehörigkeitsrecht auszuarbeiten. Vielleicht gibt es ja irgendwann Einbürgerungstests für Säuglinge! „So kommen wir wieder nach vorne“