robert „bobby“ fischer R.I.P

Januar 18, 2008 by

Am Donnerstag verstarb der isländische nýbúi Robert „Bobby“ Fischer in Reykjavík an Nierenversagen. Bekannt wurde Fischer durch sein medienwirksames Auftreten, seine Schachspielkünste und den spektakulären Erwerb der isländischen Staatsbürgerschaft 2005.

Bobbý, helvítis djöfull í töflu, þú varst aldrei með hjartinu þinu á klakanum, hvers vegna skulum við sakna þín? Vertu sæll, róni gamli.

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auf du und du mit dem neoliberalismus

Januar 18, 2008 by

Eine Frau, die ich kenne, jedoch nicht unbedingt schätze, die sogar zwei Jahre jünger ist als ich, erzählte mir neulich, sie sei der jungen Union beigetreten. Da staunte ich sehr – es gibt sie noch, die Konservativen im Wolfspelz, die mit den stylischen Frisuren, nonkonformen Studienkostümen und Parteiausweisen? Ich habe hingegen schon allergrößte Schwierigkeiten, einen semidemokratischen Akt wie die Studierendenparlamentswahl überhaupt ernst zu nehmen und hätte mir nicht eine wiederum andere Frau, hübscher, älter und intelligenter als oben genannte mit Dresche gedroht, falls ich nicht gehe („Sonst gewinnen doch nur wieder die Rechten!“), hätte ich mich nicht dazu bequemt.
Im gleichen Zug erzählte mir dann obige Frau auch, dass sie nun regelmäßig ins Fitnesstudio geht und auch mehr darauf achtet, in ihren Klamotten seriös zu wirken.
Wir leben in Zeiten des neoliberalen Gewinsels. Aber was soll man eigentlich am Neoliberalismus schlecht finden?

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„get over the sorrow, the world is always going to be made of this…“

Januar 9, 2008 by

Durch den Anton Corbijn-Film über Joy Division wurde nun endlich auch ich mal wieder in die richtige musikalische Richtung gestoßen. Ein Freudenfest über Re-Entdeckung wie nur vergleichbar mit den Smiths, die ebenso achtlos von mir ignoriert wurde, obwohl ich meine Platten mal gegen ihre hätte lieber eintauschen sollen als ich 15 war.
Joy Division sind ebenso eine Band, die ich wohl gerne mit 15 schon gekannt hätte, aber die ich garantiert nicht annähernd verstanden hätte. Mittlerweile ist es ein Spaß, Musik und Texte zu hören, die persönlich einfach viel weniger bedeutet haben – früher (wie soll man auch diese Dimensionen jenseits eines teenage angst Gefühls einordnen?). Die insgesamt recht depressive Seite der Lyrics ist jedoch weitaus mehr als postpubertäres Gewinsel. Eine seltsame Poesie, ähnlich wie bei den Smiths, Worte zum Auswendigflüstern, wichtig.

Fraglich bleibt nur, warum eine Band aus den 1980ern heute, 2008, begeistern kann. Warum selbst jetzt die Zeit der Musik und den Texten keinen Abbruch tut, sondern im Gegenteil, sicherlich retrospektiv, aber dennoch mit Bezug auf die aktuelle Lebenswelt interpretiert werden kann. Warum ist eine so existenzialistisch anmutende Band plötzlich im Mittelpunkt (vom Hype, den begabte tote junge Menschen meist auslösen, mal abgesehen) des Feuilletons und der öffentlichen Aufmerksamkeit? Alles nur verklärende, verkitschende Retrospektive oder ist die Zeit mal wieder reif?
 
These sensations barely interest me for another day, I’ve got the spirit, lose the feeling, take the shock away.

nachschlag

Januar 7, 2008 by

Wie die Internetseite MyDeathSpace im Nov. 2006 berichtete, gab es 600 Mordopfer und 35 Mörder, die bei MySpace registriert waren. Noch bezeichnender ist, dass MySpace, ähnlich wie FaceBook, eine noch nie dagewesene Plattform darstellt, die es ermöglicht, zu beobachten und zu studieren, wie Jugendliche auf Morde und Gewalt reagieren – damit wird es zu einem Zoo für Anthropologen.“

Och, ich bin gerne kleiner Zoodirektor.

brown submarine

Januar 7, 2008 by

Heute im Briefkasten:

Intro:
Historisch betrachtet könnte man dieser Flugschrift vielleicht ebenso viel Wert beimessen wie den Flugblättern der Weißen Rose, die mit Heldenmut den Feind im eigenen Land bekämpften und bis zuletzt das wahre Deutschland Friedrich Schillers verteidigten. Wie im folgenden [sic] klar werden wird, kommt Faschismus heute nicht im braunen Gewand daher, sondern mittels subtiler Gleichschaltung/“Vernetzung“ einer ganzen Generation, bei der sowohl Joseph Goebbels als auch Aldous Huxley [sic!!!] vor Neid erblasst wären.

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vaterland/mutterschoß

Januar 2, 2008 by

Macht hoch die Tür, die Tor macht weit.
Seit dem 15. 12. 2007 werden die Gebärmütter der BRD aufgemischt. Schuld sind die „tollen“ Fernsehspots von Clarissa Ruge, die in einem neuen Aufguss wieder mal das patriotische Gefühl stärken sollen. Ja, erst waren wir Papst, dann Fußballfastweltmeister und jetzt sind wir wieder: Deutschland.

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der gute russe

Januar 1, 2008 by

Nach fast 10 Jahren Russisch werden wir, die wir uns mal vorsichtig aufgeschlossen nennen würden, vor Wände gestellt. „Wir wollen über die Parlamentswahlen reden! Wir wollen Zeitung lesen! Wir wollen Fernsehberichte diskutieren!“. Nein, Russisch ist seit 1991 ein ahistorisches und apolitisches Fach. Stattdessen wird über überbezahlte Primaballerinas referiert, mein Gott.
Das Land hat keine Geschichte, die Menschen kein Gesicht, es herrscht ein Mief, der nach zusammengekniffenen Schwänzen riecht. Dieselben Dozenten am Werk, die die Arbeiter und Bauern aus den Lehrbüchern tilgen mussten. Und diese Angst vor der Politik, vor der großen Bombe.
Aufregen darf man sich, weil im Falle unseres Interesses an solch ganz und gar neutralen Dingen, wie z.B. dem Aufbau des Parlaments auf das Internet und Eigenrecherche verwiesen wurde; gleichzeitig wird als Lehrmaterial für jene belanglosen Themen des Unterrichts das russische Wikipedia herangezogen. Und das in Zeiten des Bezahlstudiums.
Wozu ist, im Weiteren, eigentlich noch mal David Cronenberg gut?!

happy new year all you girls and boys!

Dezember 31, 2007 by

da ist doch LSD im grundwasser so wie sich nikakoi immer auf silvester freut. dabei gibt es keine geschenke oder solchen schnickschnack. kick out the besinnlichkeit und schalt die stereoanlage ein. wir tanzen heute auf dem bett, weil der fußboden schon voll ist. kann man das innere dauergrinsen abstellen? befremdlich wenn es von hinten mit seiner pudelmütze ankommt. strahlegrins, a quadrillion times.

musik für die okkasion: björk it’s oh so quiet.

shout it from the rooftops!

begrabt meine sterblichen überreste am rande des gewerbegebietes

Dezember 26, 2007 by

und am ende liegt man in der badewanne, raucht eine papirosse und will sich die pulsadern aufschneiden. dazu laufen the kinks mit „lola“, kula shaker und meditationsmusik.
wenn mein leben mal verfilmt wird, dann mit thora birch und den soundtrack machen radiohead und charlotte gainsbourg.
ja, es war weihnachten.
jeder nehme seinen platz ein. meiner ist der als verzogenes großstadtkind (ich vermiss berlin tatsächlich, 260 km). wir sind auf dem land, in bayern – christus- und marienfiguren in jedem dorf. und dann erklär mal, dass du vegetarier bist, oh freude. zudem habe ich einen tierhaarallergie,meine weihnachtenden verwandten jedoch zwei katzen und einen hund. besser wird es nicht, juhu. mir wird nur gesagt, ich soll mich zusammenreißen.nein, ich werde kein landei, nie.
in ein paar tagen zurück nach hauptstadt,mit viel knete und wie immer den falschen geschenken (warum kriege ich mal nicht allerweltsplunder, sondern kunstkalender,die aussehen, als hätten gelangweilte arztgattinnen sie für eine ausstellung in einer außenbezirkssparkasse gemalt?)ich kann mir keinen gemütlicheren ort vorstellen als inmitten meiner verwandten,ein bombenanschlag wäre auch nicht viel anders.

bund deutscher schwuler mädchen

Dezember 18, 2007 by

Da hat der hausmeister mir einen Link geschickt, den ich oberflächlich gar nicht so wahrgenommen habe. Und da ist man mal gar nicht so beschäftigt, dann hat man auch Zeit für’s Lesen… und da kommt erstaunlicherweise ein dümmlicher Schmus bei heraus! Kann es eine christlich geprägte Anthropologie überhaupt geben, darf man sich an dieser Stelle fragen. Muss das nicht alles so schön neutral sein. Naja, letzten Endes wirft ja sowieso jeder mehr oder weniger stark gefiltert in die Runde, was er im Rucksack dabeihat.
Im konkreten Fall ging es um einen Dozenten, der vormals eine Frau war und nun in Hamburg in der Genderlehre mitrührt. So weit, so unspektakulär. Man darf natürlich nicht vergessen, dass Hamburg Studiengebühren erhebt. Umso mehr fragt sich der eifrige Student, ob er „das“ mitfinanzieren möchte – nämlich das, was als ledigliche Verwissenschaftlichung des eigenen Hobbys interpretiert wird und wenn es gar mit Sex zu tun hat („Uh Schmuddel!“), dann die Verwissenschaftlichung desselben. Es gibt noch recht drollige Kommentare, wie z.B.: „Hat der Asta eigentlich auch ein Hetero-Referat, das solch exotische Sexualpraktiken wie Kindszeugung propagiert?“, bis es dann kippt:

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